Rainer Wiebe ist 1967 in Nürnberg geboren. Nach Abitur und Schreinerlehre in Regensburg lebt er seitdem in Saarbrücken. Hier erfüllte er sich seinen Kindheitstraum, Künstler und Kalligraf zu werden. 2003 gründete er zusammen mit seiner Frau Maria Jantzen die Kalligrafieschule Saarbrücken (www.kalligrafie-wiebe.de) und das Büro für Kalligrafie und Kosmetik.

Kunst ist kein Beruf, es ist die Art, wie man einen Beruf ausübt. (Jean Renoir)

 

Auf der Suche nach kalligrafischen Ausdrucksmöglichkeiten lagen die Schwerpunkte seines Lernens auf der energiereichen asiatischen Pinselführung (chin. Kalligrafie bei Zhong Wei Jie, jap. Kalligrafie bei Seiji Kimoto und Herrn Kawamata), klaren lateinischen Schriftstilen (bei Dipl.Des. Katharina Pieper, Claude Mediavilla, Denis Brown), Schriftbildhauerei (bei Pieter Boudens), Metallgravuren (bei Alfred Bauer) und Glasgravuren.

Als freischaffender Künstler sieht er sich als Vermittler zwischen Schrift und Leser. So wie die Musik Unaussprechliches fühlbar werden lässt gehen seine Werke den Weg, das Unfassbare der Worte sichtbar werden zu lassen. Behutsames Herantasten an die Textseele soll dem Betrachter die Ebene hinter dem Text eröffnen.

In der Ausstellung BEDEUTENDE ZEICHEN stellte er 1998 gemeinsam mit seinem chinesischen Lehrer Zhong Wie Jie an der Universitätsbibliothek Bayreuth aus. Mit seinen Arbeiten übertrug er dabei die Bedeutung der chinesischen Zeichen ins Deutsche.

Seit mehreren Jahren arbeitet er auch mit dem Verein TOURARTZEG und Jamel Benouarzeg ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) zusammen. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Nantes – Saarbrücken ist die Kalligrafie dank dieser Kooperation fast alljährlich auf der Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken vertreten.

An der Ausstellung WERKE DES FRIEDENS in der Stadtbibliothek Saarbrücken nahm er 2001 mit 12 Kalligrafen verschiedener Nationen teil.

Weitere Ausstellungsorte waren u.a. Nantes, Regensburg und St. Ingbert.

Neben Kursen an seiner eigenen Schule unterrichtet Rainer Wiebe auch an anderen Schulen und Bildungseinrichtungen. Sein Unterrichtskonzept ist, in Intensivkursen die Grundlagen der Kalligrafie zu vermitteln. Durch spielerisch einfache Übungen begeistert er Kinder und Erwachsene für die Schriftkunst. Zu seinen besonderen Angeboten gehören Tageskurse wie „Die künstlerische Gestaltung der eigenen Handschrift“ und seine „Blümchenkurse“(ornamentale Verzierungen mit dem Parallelpen).

Seine Kurse an saarländischen Schulen werden vom Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur über die Serviceagentur Ganztägig Lernen gefördert und auf Antrag bezuschusst (www.saarland.ganztaegig-lernen.de). Mögliche Schulprojekte sind u.a. das Gestalten und Herstellen von kleinen Büchern; bisher stehen Geschichten von Don Quichotte und Sancho Pansa zur Auswahl.(weitere Infos unter www.ers.klarenthal.de)

 

Seit 2008 stellt er Rulingfüller her, von ihm umgebaute Kalligrafiefüller, die eine große Bandbreite an Strichqualitäten ermöglichen (siehe Rubrik DER RULINGFÜLLER)

Zu seinem Aufgabenbereich gehören Auftragsarbeiten wie Firmenschriftzüge, Urkunden, Einträge in das Goldene Buch der Stadt Saarbrücken, Gravuren in Glas und Metall,alljährlich zu Weihnachten auch in Christbaumkugeln.

Mit dem Buch Kalligrafie für Dummies erscheint seine erste Buchveröffentlichung:

In enger Zusammenarbeit mit seiner Frau bearbeitete er die englische Originalausgabe Calligraphy for Dummies von Jim Bennett durch Übersetzung, Neugestaltung und Ergänzung der Schriftstile und eigene Lernmethoden.

Die wohl häufigste Frage an Kalligrafen ist, ob sie von ihrer Kunst leben können. Ob lukrativ oder brotlos, entscheidend ist, ob man als Künstler in der Lage ist, sich das Leben so zu gestalten, dass freies Arbeiten möglich ist. Vielseitigkeit, Offenheit für Neues und Qualität helfen dabei. Konkret ist es hier eine Teilzeitanstellung bei der Deutschen Post A.G..

Gelegentlich tritt Rainer Wiebe auch als Barpianist auf, wie alljährlich zur St. Ingberter Pfanne im Rahmen des Festivalclubs.